ALS GHOSTWRITER ÜBERS ESSEN SCHREIBEN

ALS GHOSTWRITER ÜBERS ESSEN SCHREIBEN

Ich selbst bin ja bekennender Schokoholiker (Bildquelle © SCHAEBENSCHREIBT)

Als Ghostwriter schreibe ich wirklich gerne übers Essen, aber in letzter Zeit fällt mir immer öfter sowas ein:…

…ZWEI FREUNDINNEN. ALMA (MOLLIG), BEA (DÜRR). SIE STUDIEREN DIE SPEISENKARTE. ORT: IM CHINA-RESTAURANT.

Alma: „Übrigens. Ich war jahrelang Schokoholiker. Wusstest du das? Ich bin froh, dass ich davon los bin.“
Bea: „Wie hast du das denn geschafft?“
A: „Ich bin jetzt total auf Chips.“
B: „Oh Gott! Wahrscheinlich hat deinem Körper einfach Salz gefehlt.“
A: „Ich bin jetzt trocken. Ich muss aufpassen.“
B: „Wo ist denn Schokolade drinne?
A: „Fest oder flüssig?“
B: „Trocken, dachte ich.“
A: „Also, ganz sicher nicht in Chips.“
B: „In Schokolade soll ja auch Rinderblut drin sein.“
A: „Blut von Tieren?!“
B: „Vegetarier – essen die denn keine Schokolade?“
A: „Keine Dunkle wahrscheinlich.“
B: „Kennst du einen?“
A: „Vegan, glaube ich.“
B: „Kenn´ ich den?“
A: „Vergiss es.“
B: „In Chips soll ja auch Rind sein.“
A: „Was?!“
B: „Und Schwein. Gott sei Dank ist mein Freund kein Moslem.“
A: „Isst dein Freund denn Schokolade?“
B: „Wenn, dann koscher.“
A: „Also, ich hab´ tierischen Hunger.“
B: „Ich hab´ heute in der Zeitung gelesen über Leute, die nur essen, wenn sie Hunger haben.“
A: „Also, das könnte ich nicht.“
B: „Essen wir vorher was?“
A: „Auf was hast du denn Lust? Hast du gestern übrigens Dschungelkamp gesehen?“
B: „Boa, hör´ auf. Pürierter Anus vom Buschschwein.“
A: „Ich bin ein Schwein. Lass mich hier rein.
BEIDE LACHEN SICH SCHLAPP.
B: „Der war gut. – Aber soll ja alles Kopfsache sein."

A: „Heuschrecken sind in der asiatischen Küche echte Leckerbissen.“
B: „Und Hühnerfüße.“
A: „Ja, guck mal hier: Warum nicht auch mal Insekten essen?“
B: „Was? Wo?“
A: „Wer hatte die Idee zu diesem Chinesen zu gehen?“
B: „Naja, Proteine braucht der Mann, oder? Aber Heuschrecke?“
A: „Du musst es ja nicht essen.“
B: „Es heißt ja, dass die Menschheit ohne den Verzehr von Insekten bald nicht mehr satt wird.“
A: „Echt?“
B: „Heuschrecke im…“
A: „Was würde ich jetzt um ´ne Tüte Chips geben.“
B: „Was fressen die eigentlich?“
A: „Heuschrecken? Wahrscheinlich Heu.“
B: „Kühe fressen auch Heu.“
A: „Heuschrecke im Schokomantel. Ne, das geht gar nicht. Wegen der Schokolade.“
B: „Wusstest du, dass es Heuschrecken mit rosa Augen gibt?“
A: „Warum?“
B: „Nur so?“
A: „Rind süß-sauer, rosa gebraten, mit Schokosoße und altem Balsamico, das wär´ was. Aber dann muss ich die Schokosoße weglassen. Ob das geht?“
B: „Ich glaub, ich lass die Heuschrecken weg.“
A: „Blöd, auf alles muss man verzichten.“
B: „Was essen wir denn jetzt?“
A: „Koscher ist doch diese Zubereitung wo du Fleisch bei 60 Grad 90 Minuten drin lässt.“
B: „Wo drin?“
A: „ Im Ofen, Kind, im Ofen. Du hast aber auch keine Ahnung vom Kochen.“
B: „Ich habe Kochbücher …du würdest staunen.“
A: „Wir können ja mal bei dir kochen.“
B: „Wenn du kochst.“
A: „Auja, so ´n Mädelsabend. Gemütlich. Ohne Kerle.“
B: „Viele Kerle verderben den Brei, heißt es ja auch.“
A: „Wieso Brei?
B: „Na, Brei eben. Was nehmen wir denn jetzt?“
A: „Jedenfalls nichts Breiartiges. Wer weiß, was da drin ist.“
B: „Wenigstens gucken einen dann keine rosa Augen mehr an.“
A: „Also du bist schuld, wenn ich gleich nichts mehr essen kann, Bea!“

Autor: Holger Schaeben, Schreibkraft; schreibt Bücher für seine Auftraggeber (als Ghostwriter) und für seine Leser (als Holger Schaeben)

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